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"Abenteuer in den Bergen - Auf den Spuren von Heidi und Peter"

 

Die Herbstferien haben erst begonnen und schon ging es für unsere 20 TeilnehmerInnen der Jugendfreizeit am Sonntagmittag gleich wieder los. Es ging mit dem Reisebus in Richtung bayerische Alpen, auf den Spuren von Heidi und Peter. Nach vier Stunden Busfahrt erreichten wir Grainau, unterhalb der Zugspitze. Sofort wurde die "Villa" gestürmt, alles ausgepackt, und dann ging es auch gleich schon zum Abendessen. Nach dem Essen haben wir uns im Seminarraum getroffen und dort wichtige Verhaltensregeln für die gemeinsame Woche festgelegt, sowie ein paar lustige und kreative Kennenlernspiele ausprobiert. Jeder sollte jeden etwas näher kennenlernen.

Stadtrally und Kunst

Am Montag ging es dann so richtig los. Nach dem Frühstück besuchte uns die Phantasiefigur Peter aus dem berühmten Kinderbuch- und Filmklassiker "Heidi", denn er benötigte unsere Hilfe. Wir mussten Klara, die im Rollstuhl saß, helfen laufen zu lernen, und dazu wichtige Gegenstände sammeln. Dazu lud er uns zu einer kleinen kooperativen Stadtrallye ein. In Kleingruppen wurde Grainau erkundet und die Berge in der Umgebung, wie die Zugspitze, bewundert. Während der Wanderung wurde der erste Gegenstand, "Arbeitssteine", gefunden. Nach einem anstrengenden und arbeitsreichen Vormittag wurde es am Nachmittag kreativ. Die Kinder bastelten eifrig Blumentopf-Schafe und Pappmasche-Kühe, wobei unsere jüngeren von den "großen" fleißig unterstützt wurden. Kreativität wurde geschult, genauso wie der Umgang mit neuen Bastelmaterialien. Dabei wurden die unterschiedlichen Handfertigkeiten innerhalb der Gruppe geschult. Unser ganzes Team wuchs immer mehr zusammen und alle hatten ihren Spaß. Das Abendprogramm war gefüllt mit zahlreichen Gruppenspielen, die viel Spaß und auch müde machten.

Wasserspaß mal kooperativ

Am Dienstag besuchten wir das Schwimmbad. Nach einem kurzen Aufwärmspiel wurden die Baderegeln ausführlich erarbeitet. In der Schwimmhalle angekommen eroberten die Kinder sofort den Riesenkraken im Wasser und die Betreuer konnten es sich nicht nehmen lassen im Wasser "Angst und Schrecken" zu verbreiten. Sie versuchten (oft erfolglos) den Kraken zu bezwingen, doch das wurde stets von den Kindern in Gruppenarbeit verhindert. Strategien mussten immer wieder von neuem erfunden werden. Nach einiger Zeit hatten die Kinder Mitleid mit ihren Betreuern und halfen ihnen auf die Krake. Da das Bezwingen der Krake nicht einfach war haben sich die Kinder auch gegenseitig geholfen. Kooperation und Abstimmung waren dabei der Trumpf. Diese kooperative Gruppenarbeit hat den Kindern viel Spaß gemacht. Aus diesem Grund haben wir noch weitere kooperative Spiele im Wasser gespielt. 

Nach dem Schwimmbad bemerkte man sofort, dass die Gruppe zusammengeschweißt war und jeder sich wunderbar einbrachte. Jeder konnte seine Stärken einbringen und vereinzelte Schwächen wurden gemeinsam ausgeglichen. So konnte der Sinn von Teamarbeit mit spielerischen Mitteln sehr gut vermittelt werden.

Essen leicht gemacht

Nach dem Mittagessen drehte sich gleich schon wieder alles ums ESSEN. Die Kinder mussten in Kleingruppen Zutaten für ihre Abendmahlzeit ertauschen und sich durch kleine Aufgaben verdienen. Als das geschafft war ging es dann zur großen gemeinschaftlichen Kochaktion. Es wurden Salat, Hauptgericht und Nachspeise mit großen eifer bereitet. Das köstlich zubereitete Buffet wurde dann auch schnell verschlungen - Selbstgemachtes schmeckt doch immer am besten. Die Hauptspeise waren lecker belegte Pizzabrötchen, dazu vitaminreicher Salat und als Nachspeise gab es, während zur Belohnung "Der Zauberer von Oz" geschaut wurde, mit Bananen und Schokolade gefüllte Teigtaschen. Nach der Gute-Nacht-Geschichte fielen alle, vom langen Tag erschöpft, in ihr Bett.

Im Team geht alles leichter

Der Mittwoch sollte dann zum großen Wandertag werden, doch aufgrund des schlechten Wetters ließen wir die Wanderung sprichwörtlich "ins Wasser fallen" und spielten stattdessen den Weg der Kuh in einem ganzen Jahreslauf durch. Das ist erst einmal der Weg vom Stall auf die Alm. Dieser musste wie bei Kühen in der Gruppe geschehen, nur dass die Betreuer die "Wegstrecke" durch ein paar Regeln erschwert haben. Als wir es dann auf die Weide geschafft haben verging das Jahr wie im Flug und da kam Heidi und wollte die Kühe von der Weide holen. Da sie das Gatter aber nicht öffnen konnte mussten die Kinder sich gegenseitig helfen über den elektrischen Zaun zu klettern, ohne diesen zu berühren. Kooperation im Team war wieder gefragt. Als das geschafft war, stand dem Almabtrieb nichts mehr im Weg. Nachdem der schwere Weg nach unten gemeistert war, gab es für alle Essen und danach wurden die Pappmasche-Kühe vom Vortag fertiggestellt. 

Nach dem Abendessen mussten sich alle warm anziehen, denn eine Nachtwanderung stand an. Der Weg führte durch den Wald und war durch Lichtzeichen gekennzeichnet. Es war stockfinster und alle, auch die Betreuer, hatten ein etwas mulmiges Gefühl in der Magengrube, doch dann waren auch schon wieder die Lichter von Grainau in Sicht und alle waren heilfroh als sie in die Villa zurückgekehrt sind. Nach der Gute-Nacht-Geschichte gingen alle in ihre Betten und erholten sich von dem "gruseligen" Spaziergang.

Vor der Party steht die Arbeit

Doch auch der nächste Tag versprach nicht weniger spannend und aufregend zu werden: Halloween! Zuerst ging es gemütlich los, schließlich mussten ja viele Vorbereitungen getroffen werden. Es wurden Kürbisse präpariert, "Todessäfte" gebraut und das Zimmer in eine Spukkammer verwandelt. Dies geschah in kleinen Gruppen, die sich für den Abend noch jeweils eine tolle Darbietung ausdachten, die den ganzen Nachmittag einstudiert und geprobt wurde. Am Abend kam es dann zum grusligen Showdown, für den sich die Kinder in kleine "Monster" verwandelten. Die erste Aufführung war ein fein einstudierter Hip-Hop-Tanz. Danach kam das Quiz, "Wer wird Milliardär?", mit passenden Fragen zu Halloween. Als nächstes kam erneut eine Tanzeinlage, die Ballett und Halloween miteinander kombinierte und Angst und Schrecken selbst bei den "Zuschauer-Monster" verbreitete. Die letzte Aufführung war ein Rollenspiel in fünf Akten, in dem es um Freundschaft und gefräßige Monster ging. Nach den wunderbar grusligen Auftritten läuteten die Gruppenleiter die Party ein, auf der es die bunten "Todessäfte" und auch leckeren "vergiftete" Fruchtspieße endlich gab. Alle tanzten ausgelassen und auch die "Erwachsenen" wurden wieder zu kleinen Kindern und hatten wie alle viel Spaß - Bewegung ist eben etwas Tolles! 

Meinung haben - Meinung sagen

Am Rückreisetag wurde dann alles aufgeräumt und gemeinsam gesäubert. Es wurden Spiele gespielt und Erlebnisse nochmal ausgetauscht. Die Auswertung sollte dem Betreuungsteam zeigen, ob ihre Ideen und Programmpunkt angekommen sind. Gleichzeitig sollen die Kinder lernen, ihre Meinung zu sagen und etwas zu beurteilen. Gerade das gemeinsame Aufräumen sollte zeigen, dass die Woche ein Gemeinschaftserlebnis ist. Jeder hat eine Aufgabe, jeder ist wichtig und jeder kann etwas zum Erfolg beitragen. Zum Abschluss nochmal ein Gruppenfoto vor der sonnigen Zugspitze und dann ab nach Hause. Im Bus wurde noch ein bisschen gespielt, sich unterhalten und auch ausgeruht. Die Spuren der aufregenden und aktiven Wochen waren nicht zu übersehen. 

Der Abschied fiel schwer doch es konnten fast alle Tränen zurückgehalten werden.

Es war eine wunderschöne Woche, die uns als BetreuerInnenteam viel Spaß gemacht hat. Zu erkennen, wie sich alle in einer großen Gruppe immer mehr gefunden haben, war ein schönes Erlebnis. Jeder konnte sich in dieser Woche in seiner kleinen Persönlichkeit weiterentwickeln. Dafür bedankt sich das Betreuerteam und alle werden die Tage in Grainau nicht so schnell vergessen.

Euer Betreuerteam der Bayerischen Sportjugend Nürnberg/Leo Scherzer

 

Impressionen

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